Bericht: 7-Seen-Alpenrundfahrt vom 03.06. – 11.06.2017

Eine gemeinsame Tour vom WfF Berlin-Brandenburg und dem S.C. Hammaburg e.V.

Anfang des Jahres erreichte mich eine Email mit folgendem Titel: „ERT Frühlingstour 2017 / 7-Seen-Alpenrundfahrt vom 03.06. – 11.06.2017; eine gemeinsame Tour vom WfF Berlin-Brandenburg und dem S.C. Hammaburg e.V..“

Die Ausschreibung las sich so toll, dass ich wohl noch am selben Tag mit ‚bin dabei‘ geantwortet habe. Zweifel, ob das die richtige Entscheidung war, kamen mir eigentlich erst nach dem 1. Newsletter, indem u.a. pro Etappe durchschnittlich 2200 Höhenmeter in Aussicht gestellt wurden.

Am Sonnabend vor Pfingsten sind wir – insgesamt 8 Hammaburger (Marietta, Adriane, Chris, Kati, Sascha, Carsten und Unterzeichner sowie Antje) – dann per Kleintransporter (für Räder und Gepäck) sowie Zug und Flieger individuell nach München gereist.

Dort haben wir zunächst eingecheckt, danach teilweise an einer Stadtführung teilgenommen und schließlich im Augustiner Keller mit den aus Berlin angereisten Mitstreitern einen ersten gemeinsamen Abend verbracht.


Touraufzeichnung

Höhenprofil

Der Startschuss zur ersten Etappe (89 km / 760 Hm) von München (A&O Hotel Hackerbrücke) nach Achenkirch am Achensee fiel dann am nächsten Morgen, Pfingstsonntag, ca. 09.30 h. Trotz Dauerregen machten sich die 35 Teilnehmer auf den Weg zum ersten Verpflegungspunkt in Bad Tölz und von dort weiter nach Achenkirch/Österreich.

Die zweite Etappe (113 km / 1.572 Hm) am Pfingstmontag führte uns vom Achensee bereits nach Sterzing in Italien. Als erste ‚kleine‘ Herausforderung galt es, den Brenner (1.373 m) zu bezwingen. Erfreulicherweise blieb es den ganzen Tag trocken.

Am dritten Tag stand eine der längeren Touren auf unserer Agenda. Mein Edge hat für diesen Tag 134 km sowie 2.056 Hm protokolliert. Höhepunkt dieser Etappe war sicherlich der Mendelpass mit immerhin 1.368 m. Kaum auf der Passhöhe angekommen, fielen die ersten Tropfen; urplötzlich zog ein Gewitter mit Sturm und Hagel auf, sodass wir fürchteten, nicht per Rad die Abfahrt in Angriff nehmen zu können. Nach ca. 1 Stunde klarte es aber wieder auf und wir machten uns auf den Rest des Weges nach Clés.


Verpflegungspunkt am Passo Tonale
Diese zwei Regentage hatten den Bremsbelägen (viele hatten für die Tour vorsichtshalber neue montiert) derart zugesetzt, dass wir fürchteten, sie würden nicht bis zum Ende der Tour durchhalten. Also am nächsten Morgen auf zum Fahrradhändler und neue Bremsbeläge gekauft.

Der vierte (Clés – Bormio) und fünfte Tag (Bormio – Nauders) haben nicht nur mir deutlich gemacht, was unser Tourenplaner Dirk eigentlich mit dem Begriff ‚Hochgebirge‘ verband. So lagen am Mittwoch auf der 106 km langen Strecke mit insgesamt 2.829 Hm sowohl der Passo Tonale (1.881 m) als auch der Passo Gavia (2.619 m) auf dem Track. Quasi als Belohnung der Organisatoren startete am Abend das gemeinsame Bergfest beim örtlichen Italiener, das wir mit Pizza, Bier und Wein zünftig gefeiert haben.

Am Donnerstag dann die nächste alpine Herausforderung: Auf der 92 km langen Strecke waren 2.404 Hm zu absolvieren. Als Pässe seien der Vollständigkeit halber der Passo dello Stelvio mit 2.760 m (der höchste Punkt unserer Rundfahrt) und der Reschenpass (1.508 m) genannt. Aber auch das haben alle irgendwie geschafft.


Passo dello Stelvio
Mit der Annahme, nunmehr das Hochgebirge hinter uns gelassen zu haben, haben wir uns am Freitag auf den Weg von Nauders nach Mittenwald (132 km / 2.017 Hm) gemacht. Es galt ja nur einige ‚Höhen‘ zu überwinden; die Norberts- (1.405 m), die Piller Höhe (1.561 m) und den Buchener Sattel (1.260 m). Für mich war die Piller Höhe ein Lehrstück. Bei einer Steigung von durchweg 15% und mehr wollte sich die Kurbel dann irgendwann nicht mehr drehen. Die Lösung: Absteigen und ein Stück schieben. Sollte ich jemals wieder in dieser Gegend mit dem Rennrad unterwegs sein, die Piller Höhe wird nicht auf meinem Track sein.


Piller Höhe
Am Sonnabend, nach einem geselligen Abend in der Mittenwalder Jugendherberge ging es auf die letzte Etappe zurück nach München in das uns bereits vertraute Hotel. Bei herrlichem Wetter und entsprechendem Zeitpuffer haben wir uns eine ausgiebige Kaffeepause direkt am Starnberger See gegönnt.

Am Abend dann der Schlussakkord: Letztes gemeinsames Abendessen im Augustiner Keller bei herrlichem Wetter bis teils tief in die Nacht hinein.


Augustiner Keller
Wenn ich hier von zeitweise ‚wir‘ gesprochen habe, so meine ich in der Regel unsere kleine aber ungemein fröhliche Reisegruppe ‚Sonnenschein‘, die sich in dieser Formation (Kati, Chris, Sascha und Unterzeichner) bereits auf der ersten Etappe gefunden hat und so bis zum Schluss zusammen geblieben ist.

Unser Dank geht an Claudia, Alex, Lars sowie Dirk für die tolle Organisation und die liebevolle und umfassende Betreuung.

Mein Fazit: Für mich war diese Tour ein rundum tolles Erlebnis, das ich – auch wenn mir zeitweise meine körperlichen Grenzen aufgezeigt wurden – nicht missen möchte. Ich könnte mir auch zukünftig derartige Veranstaltungen mit vielleicht einer noch stärkeren Hammaburger Präsenz sehr gut vorstellen.

PS: Mein Mitgliedsantrag für den WfF ist bereits in der Post.

Anmerkung: der Bericht vom WFF Berlin findet sich hier.